Aktionstag für Seenotrettung im Mittelmeer – Flüchtlingshilfe im Luther-Viertel aktiv

Dem europaweiten Aufruf diverser Menschenrechtsgruppierungen folgend finden am Samstag, 7. August 2021 vielerorts Aktionen statt, die auf das Sterben im Mittelmeer hinweisen.


Auch die Flüchtlingshilfe Hamm folgt diesem Aufruf und ist von 11 bis 13 Uhr im Luther-Viertel mit einem Infostand vertreten. Um 12 Uhr wird zudem ein Transparent mit einem eigens entworfenen und angefertigten Kunstwerk dargeboten, das im Anschluss für den guten Zweck versteigert werden soll.

Kirsten Markwart, zweite Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Hamm e. V.: „Das Sterben im Mittelmeer ist real und akut. Es verschwindet nicht, nur weil es immer wieder von Corona und Co aus dem Gedächtnis des Kollektivs verdrängt wird. Wir haben eben nicht immer
nur ein einziges Problem, solange wir nicht handeln, oder schlimmer noch entgegen gesetzt handeln, wird der bittere Tod durch Ertrinken weiterhin zur Tagesordnung gehören. Um darauf erneut und ein für alle mal aufmerksam zu machen, hat ein Zusammenschluss etlicher namhafter Hilfsorganisationen zu den anstehenden Aktionen aufgerufen, darunter united4rescue, die auch zur Gestaltung „unseres“ Kunstwerks, das ein geflüchteter Künstler eigens für diesen Tag angefertigt hat, beigetragen haben. Seenotrettung ist unverhandelbar und diejenigen, die Rettungsschiffe festsetzen, Häfen, die sich weigern diese Schiffe anlegen zu lassen und all‘ diejenigen, die einfach schulterzuckend nichts tun, treten Menschenrechte mit Füßen und vermissen scheinbar jegliche noch so grundlegende Empathie. Auf diese erschütternden Zustände und den dringenden Handlungsbedarf möchte auch die Flüchtlingshilfe Hamm mit ihrem Beitrag dringend aufmerksam machen, in der Hoffnung, doch noch mehr Menschen zu erreichen, die bereit sind einen besseren Weg einzuschlagen.“

Weltflüchtlingstag

Zum Weltflüchtlingstag schließen wir uns dem Bedauern von ProAsyl an, dass in all den Jahren unseres Bemühens sich die Situation für Geflüchtete nicht verbessert, sondern weltweit verschlechtert hat. Als wir 2015 den Verein gründeten, waren ca. 60 Millionen Menschen auf der Flucht.[1] So viele wie damals nie zuvor. Heute sind wir bei 82 Millionen angelangt [2], ebenfalls so viele wie nie zuvor. Wann wird sich der Trend ändern? Wann werden Menschen nicht mehr gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen?
Die Situation im Mittelmeer hat sich zudem verschlimmert. Die EU arbeitet mit zweifelhaften Regimen und ihren Milizen zusammen und hat eine eigene Behörde, Frontex, die zuschaut, wenn Menschen aus Griechenland in die Türkei zurück gedrängt werden. Der Chef der Grenzschutzbehörde Leggeri wusste über mindestens einen dieser Vorfälle Bescheid, tat aber nichts. Frontex versagt mit seinem Schutzauftrag.

In diesen düsteren Zeiten startet die UNO-Flüchtlingshilfe eine Kampagne

#withrefugees am Weltflüchtlingstag
Gemeinsam stehen wir Seite an Seite von Geflüchteten #WITHREFUGEES [3]

Wir unterstützen diese Kampagne. Schauen Sie einmal rein und erfahren Sie, wie Sie unterstützen können.
Wir danken für Ihr Engagement!

[1] https://www.unhcr.org/dach/de/6483-flucht-und-vertreibung-2015-drastisch-gestiegen.html
[2] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluechtlingszahlen , https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/weltfluechtlingstag
[3] https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/withrefugees

Hilfe für Geflüchtete in Bosnien

 Spendenaktion der Flüchtlingshilfe Hamm 
und der Hammer Amnesty International-Gruppe 
Wer hat nicht die erschreckenden Bilder aus 
Bihac in Bosnien gesehen, wo nach der 
Auflösung des Flüchtlingscamps Lipa die 
Menschen barfuß in Sandalen im Schnee 
standen und sich um ein Feuer versammelten, 
um sich wenigstens etwas aufzuwärmen?

Im Dezember wurde das Flüchtlingscamp Lipa mit 
ca. 1400 Geflüchteten aufgegeben und brannte 
dann ab. Ungefähr 900 Menschen harren dort 
noch aus – ohne feste Unterkünfte, ohne Wasser 
und ohne Strom. Umliegende Kommunen wehrten 
sich gegen die Verlegung dieser Menschen in 
ein bereits bestehendes, winterfestes Camp.
 Aufgrund dieser katastrophalen Situation 
möchten die Flüchtlingshilfe Hamm und die 
Hammer Gruppe von Amnesty International 
eine Spendenaktion durchführen. Claudia Hartig 
von der Flüchtlingshilfe erklärt das Projekt: 

„Die Spenden werden an den Verein Aachener 
Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkul- 
turelle Friedensarbeit e. V. gehen. Diese 
seit 1993 bestehende Organisation hat bereits 
viele Projekte in Bosnien durchgeführt und 
hat langjährige Erfahrung in der Organisation 
von Hilfstransporten dorthin. Zudem hat sie 
mit dem Verein SOS Bihac eine verlässliche 
Partnerorganisation direkt vor Ort.“
 Spenden können auf das Konto der Flüchtlings- 
hilfe Hamm unter dem Stichwort „Lipa“ überwie- 
sen werden: IBAN DE58 4105 0095 0021 2248 60. 
Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.
 Weitere Informationen finden sich unter 
www.fluechtlingshilfe-hamm.de  www.amnesty-hamm.de
 und www.aachener-netzwerk.de . 

Die Flüchtlingshilfe auf der Lippewelle – Laptops für Flüchtlingskinder

Die Flüchtlingshilfe sammelt ausgediente aber noch voll funktionstüchtige Laptops, um Flüchtlingskindern die technischen Möglichkeiten zur Teilhabe zu bieten. Wenn Sie noch alte Laptops oder Rechner mit Internetmöglichkeit und Officeprogrammen wie Word, Excel etc. bei sich stehen haben, dann kommen Sie bitte auf uns zu:

Flüchtlingshilfe Hamm e.V.
Kirsten Markwart
kirsten.markwart[at]fluechtlingshilfe-hamm.de

Kalt, kälter, Horst

Seehofer untersagt Ländern zusätzliche Flüchtlinge
aufzunehmen – Flüchtlingshilfe schockiert

Wie bereits in einer früheren Pressemitteilung der Flüchtlingshilfe Hamm e.V. beschrieben, ist die aktuelle Situation für schutzsuchende Flüchtlinge durch die Corona Krise schwieriger geworden als sie es ohnehin schon war. Die Camps in Griechenland, in denen Geflüchtete hoffend und bangend ausharren müssen, während die Politiker, die diesbezüglich über die Entscheidungsgewalt verfügen, sich medienwirksam streiten, waren auch vor der Corona Krise schon menschenunwürdig – jetzt sind sie Dank mangelnder Schutzmaßnahmen und entsprechend hohem Infektionsrisiko auch noch potenziell tödlich, eine tickende Zeitbombe.

Da die Lage sich mit jedem verstreichenden Tag weiter zuspitzt und sich dies immer schlechter ignorieren lässt, gibt es endlich ein europäisches Programm zur Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland. Insbesondere unbegleitete und beziehungsweise oder erkrankte Kinder sollen nun von anderen EU-Ländern aufgenommen werden, um Griechenland zu entlasten und die Situation zu entschärfen.

CC BY-SA 4.0
Georgios Giannopoulos (Ggia)

Schaut man sich jedoch an, wie viele Personen letztendlich überhauptaufgenommen wurden, ist die Enttäuschung groß: 928 Flüchtlinge sind aktuell in Summe in Deutschland angekommen und werden nach festen Vorgaben auf die Bundesländer verteilt. Dass dies nur ein Tropfen auf heissem Stein sein kann ist klar, was nun zumindest Berlin und Thüringen dazu veranlasst hat ein eigenes Programm in Betracht zu ziehen, um deutlich mehr Geflüchtete aufzunehmen. Doch ausgerechnet das Innenministerium stellt sich hier aus schwer nachvollziehbaren Gründen quer – Bundesinnenminister Horst Seehofer lehnte die Hilfsbereitschaft der beiden Länder kategorisch ab, da er fürchte, dass solche individuellen Programme seine Position in Brüssel schwächen könnten, wenn es um das Dublin-System und eine Reform des EU-Asylsystems gehe.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Calais2015k.jpg

Martin Kesztyüs, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe: „Es ist unglaublich, was hier gerade für eine Linie gefahren wird – die Begründung dazu setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Immer wieder mahnen unterschiedlichste Stellen und Personen(gruppen) dazu endlich(mehr) Schutzsuchende aufzunehmen und die Bereitschaft dazu ist in den Ländern und Städten überraschend groß. Dies zu verweigern und damit billigend in Kauf zu nehmen, dass nur sehr wenigen Geflüchteten letztendlich geholfen wird, weil es nicht zur politischen Taktikpasse ist abartig. Wie kann man denn trotz umfassender Kenntnis der Zustände in den Camps und der Gesamtsituation im allgemeinen sodermaßen kalt und kalkulierend entscheiden? Wir verurteilen ein derartig unmenschliches Handeln aufs Schärfste und stehen voll und ganzhinter Berlin und Thüringen, in der Hoffnung, dass zum einen diese beiden Länder sich doch noch durchsetzen können und zum anderen möglichst viele weitere Bundesländer es ihnen gleichtun und damit zeigen, dass die Menschlichkeit, die Herrn Seehofer offensichtlich fehlt, in Deutschland trotz allem in großer Mehrheit vorhanden ist.“

Corona ist überall – Flüchtlingshilfe solidarisch mit Aktivist*innen im Hungerstreik

Flüchtlingslager müssen dringend aufgelöst und Geflüchtete versorgt werden

Katastrophal ist die Lage in den Flüchtlingslagern an den griechischen Außengrenzen. Während es uns in Deutschland gemessen an den Ausmaßen der Corona Pandemie im internationalen Vergleich wirklich gut geht und wir anscheinend die erste Welle relativ glimpflich überstanden haben, ist die Situation für die schutzsuchenden Geflüchteten mehr als brisant. Während wir hier in der Lage sind die sogenannten Risikogruppen – unsere Eltern und Großeltern – durch Abstand, eingeschränkten Kontakt und das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zu schützen, begegnen die Menschen in diesen Camps dem potentiell tödlichen Virus schonungs- und chancenlos, da diese Maßnahmen dort nicht umsetzbar sind. Während wir hier eine erstklassige medizinische Versorgung haben, sind die Menschen dort sich mehr oder weniger selbst überlassen.

Doch das sieht kaum jemand. Warum? Auf Grund der Pandemie ist es nicht möglich, dass Fotografen und Kamerateams die Situation vor Ort dokumentieren und die restliche Welt darüber informieren. So geraten die Geflüchteten, Schutzsuchenden und Schutzlosen in Vergessenheit – in einer Zeit und Situation, in der sie uns mehr denn je brauchen.

Dabei gibt es längst feste Zusagen, um diesen unseren Mitmenschen zu helfen. Die Organisation Seebrücke zum Beispiel gründete bereits im Sommer 2019 das Städtebündnis sicherer Häfen, dem zwölf deutsche Städte angehören und damit ihre Bereitschaft erklären, aus Seenot gerettete Menschen zusätzlich zu den nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel verteilten Geflüchteten aufzunehmen. Die dringend notwendige Evakuierung der Lager und medizinische Versorgung der dort lebenden Menschen wäre somit jederzeit realisierbar – doch es tut sich nichts.

Dieses Nichtstun führte nun sogar dazu, dass Aktivist*innen, ähnlich wie 1933 Mahatma Gandhi, in den Hungerstreik traten, um auf die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs aufmerksam zu machen.

„Im Internet gibt es eine Plattform deutscher Aktivistinnen, www.filesfrommoria.de , wo als quasi letzter Versuch eines Hilferufs Videos und Bilder aus dem entsprechenden Camp auf Lesbos, aufgenommen von realen Personen, die dort leben, geteilt werden. Es ist erschütternd und herzzerreißend zu sehen und zu hören, was sich dort abspielt und wie die Menschen dort um ihre Angehörigen und nicht zuletzt auch um sich selbst bangen und bangen müssen. Wir sprechen hier von einer humanitären Katastrophe, die sich nebenbei und im Hintergrund abspielt, während alle nur auf sich selbst und ihr näheres Umfeld schauen. Wir als Flüchtlingshilfe solidarisieren uns mit den Aktivistinnen und fordern ebenfalls aufs Eindringlichste die sofortige Aufnahme und Versorgung der dort und anderswo festsitzenden Mitmenschen. Wir haben hier, daheim und vor Ort, so viel Solidarität und Nächstenliebe bewiesen in Zeiten von Corona. Wir schützen unsere Liebsten und wir helfen zum Beispiel den älteren Nachbarn, indem wir für sie einkaufen und vieles mehr. Diese Menschlichkeit darf nicht an der Landesgrenze enden, sondern muss jetzt erst recht auch für diejenigen gelten, die sich selbst nicht helfen können.“

Kirsten Markwart, 2. Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Hamm e. V.

Beratungstermine übers Telefon

Die Beratung für Geflüchtete läuft derzeit wegen des Coronavirus über Terminvergabe per Telefon. Wenn Sie dringende Angelegenheiten haben, rufen Sie bitte unseren Regionalberater unter der 0176 43 83 47 42 an und vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Termin.

بسبب الانتشار المتزايد لوباء كورونا نعتذر في الوقت الراهن عن تقديم المشورة للاجئين بشكل روتيني. للحالات الطارئة يرجى التواصل عبر رقم الهاتف أدناه للحصول على موعد.
رقم الموبايل:
017643834742

دوستان فارسی زبان .
بخاطر همه گیر شدن ویروس corona مشاوره و راهنمایی حقوقی برای پناهندگان فقط از طریق تلفون امکان پذیر است .لطفا اگر موضوع خاص وحادی دارید سعی کنید از طریق تلفن برای گرفتن وقت ملاقات با ما تماس بگیرید .
تلفن تماس.017643834742.
موفق باشید.
Flüchtlingshilfe Hamm

Wir danken für Ihr Verständnis!