Die Flüchtlingshilfe auf der Lippewelle – Laptops für Flüchtlingskinder

Die Flüchtlingshilfe sammelt ausgediente aber noch voll funktionstüchtige Laptops, um Flüchtlingskindern die technischen Möglichkeiten zur Teilhabe zu bieten. Wenn Sie noch alte Laptops oder Rechner mit Internetmöglichkeit und Officeprogrammen wie Word, Excel etc. bei sich stehen haben, dann kommen Sie bitte auf uns zu:

Flüchtlingshilfe Hamm e.V.
Kirsten Markwart
kirsten.markwart[at]fluechtlingshilfe-hamm.de

Offener Brief an den Oberbürgermeister

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

gerne möchten wir als Vorstand der Flüchtlingshilfe Hamm e. V. an dieser Stelle noch einmal das Wort ergreifen und zu unserer aktuell in den sozialen Medien kursierenden Pressemitteilung – insbesondere zu unseren Aussagen Ihre Person und Ihr Handeln betreffend – korrigierend Stellung nehmen.

Uns ist es ausgesprochen wichtig zunächst einmal zu betonen, dass wir die besagte Pressemitteilung bereits an den Westfälischen Anzeiger versandt hatten, bevor Ihr Interview im Fernsehen ausgestrahlt wurde und auch bevor die Corona Thematik die Probleme der Flüchtlinge in den Schatten gestellt hat.

Wir sind Ihnen in jeder Hinsicht dankbar für Ihr klares Statement in diesem Fernsehinterview, danken Ihnen für Ihr Engagement und sind jederzeit bereit Sie in den Belangen rund um Flucht und Migration bestmöglich zu unterstützen.

Darüber hinaus möchten wir sowohl an Sie als auch an alle anderen Mitbürger*innen appellieren in dieser für uns alle turbulenten Zeit den Blick über den Tellerrand nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Denn Corona ist, wie das Label Pandemie schon besagt, zu einem globalen Problem geworden. Während wir als Deutsche und Europäer im Großen und Ganzen gut gerüstet sind, um die drohende Gefahr effektiv einzudämmen und zu bewältigen, trifft es die Schutzbedürftigen an den Grenzen in voller Härte. Die Einschränkungen, die wir alle aktuell zu unserem Schutz in Kauf nehmen müssen, sind nichts im Vergleich dazu was Menschen auf der Flucht und an den Grenzen widerfährt.

Aber es besteht in unseren Augen auch Hoffnung, dass wir an dieser Situation wachsen und zu einer besseren Gesellschaft werden. Denn wir erleben gerade, neben aller Unsicherheit, eine großartige Hilfsbereitschaft gegenüber denjenigen, die eines besonderen Schutzes bedürfen – sei es zum Beispiel der Einkauf für die Seniorin nebenan, oder das Babysitten für die alleinerziehende Mutter von gegenüber: Wir sind wieder für einander da. Es ist diese neue, oder besser neu entdeckte, Menschlichkeit, die uns sagt, dass wir bereit sind unserer humanitären Verantwortung nachzukommen und diese Güte und Nächstenliebe ganz selbstverständlich auch auf Geflüchtete genauso anzuwenden.

In diesem Sinne verbleiben wir optimistisch und mit freundlichen Grüßen,

Flüchtlingshilfe Hamm e. V.

Der Vorstand

Eröffnung der Fotoausstellung zu Fluchtwegen von Selahattin Sevi

Am letzten Freitag eröffnete die Fotoausstellung von Selahattin Sevi in der Stadthausgalerie. „Fluchtwege – Aufbruch in eine neue Welt“. Muhammet Mertek, Lehrer an der Sophie-Scholl-Gesamtschule und Ehrenvorsitzender des Instituts für Islam und politische Bildung (IDEBI) organisierte und lud zu der Ausstellungseröffnung ein.

Film- und Diskussionsabend im Alten Bauhof

Am letzten Mittwoch fand der Film- und Diskussionsabend im Alten Bauhof in Herringen statt. Eingeladen und organisiert hat diesen das Ehepaar Grüneberg.

Der Abend begann bei sommerlichen Temperaturen mit einem kleinen Vortrag über die Flüchtlingshilfe vom Vorsitzenden, Martin Kesztyüs. Die Zuhörer waren sehr interessiert und stellten währenddessen viele Fragen zur Organisation, Anfangszeit aber auch den Gefühlen, die die Helfer der Flüchtlingshilfe bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit begleiten.

Darauf folgte die Vorführung des Films von Kamyar Dorodian, einem ehemaligen Geflüchteten aus dem Iran.

„Eine wahre Geschichte“

Der Film ist preisgekrönt im Kurzfilmwettbewerb des Lutherviertels vor zwei Jahren.

Der Film beschreibt die vielfältigen Gefahren, Enttäuschungen und Herausforderungen von Geflüchteten aus der Sicht einer jungen afghanischen Frau. Dies führte zu einer lebhaften Diskussion über Werte, Kultur und Integration.

Der Produzent, Herr Kamyar Dorodian.

Wir danken allen Organisatoren und Teilnehmer*innen für ihre Beiträge.

Die nächste Veranstaltung mit dem Thema „Heimat“ findet im Herbst statt. Melden Sie sich gerne bei uns, wir leiten Sie dann an die Organisatorin weiter.

Fake News! Oder: Wie der Broccoli ins Gefängnis kam

Am gestrigen Donnerstag führte das theaterpädagogische Projekt „Vorhang auf!“ der Flüchtlingshilfe Hamm ihr neuestes Stück „Fake News! Oder: Wie der Broccoli ins Gefängnis kam“ im Helios Theater auf. Nach ihrem großen Erfolg mit „Boarding completed“ im Jahr 2017 und zwei kleineren Produktionen 2018 führte das Projekt unter dem Ehepaar Jennifer und Adrian Ruda nun ihr viertes Theaterstück auf.


Adrian Ruda: „Es ist eine Freude mit den jungen Menschen zusammen zu arbeiten und solch ein Theaterstück aus ihnen heraus zu kitzeln. Die Aufführung war nicht das Ziel, sondern das Resultat unserer Proben. Irgendwann stellte sich heraus, dass wir eine Stück wagen wollen, und gestern Abend war es dann so weit.“


Martin Kesztyüs, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe: „Es ist jedes Mal
wieder ein Erlebnis mit „Vorhang auf!“ Ich habe mich richtig auf den
Abend gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die theaterpädagogische Arbeit des Ehepaars Ruda ist eine wichtige für die Teilhabe an der Gesellschaft und wird dankenswerter Weise ermöglicht durch Mittel der Werkstadt für Demokratie und Toleranz, der unser besonderer Dank gilt!“

Tafel der Solidarität in Hamm

Gestern fand von 14-17 Uhr auf dem Marktplatz an der Pauluskirche die ‚Tafel der Solidarität‘ der Caritas statt. Beim Aufbau regnete es noch. Doch der Himmel klärte sich und blieb dann den gesamten Nachmittag über hin trocken, ja zwischendurch ließ sich sogar die Sonne blicken. Leckeres Essen, tolle Menschen, ein interessantes Programm und ein wundervolles Rudelsingen haben diesen Nachmittag perfekt gemacht.

Abgesagt!

Die Lesung von Herrn Prof. Dr. El-Mafaalani fällt leider aus Krankheitsgründen aus. Wir bemühen uns um einen baldigen Nachholtermin!

Das Integrationsparadox – Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt

„Das Gute-Laune-Buch des Jahres“ schrieb DER SPIEGEL in seiner Buchkritik über Aladin El-Mafaalanis neuestes Buch (40/2018). In Zeiten, in denen Migration als die „Mutter aller Probleme“ bezeichnet wird, rechte Gruppierungen gegen Migranten hetzen und Hass säen wollen, stellt der Autor Integration in Deutschland als durchaus gelungen und gut funktionierend dar, verschweigt aber auch nicht die Probleme, die es noch zu lösen gilt.

Professor Dr. El-Mafaalani hilft uns zu erkennen, dass „es in Deutschland nie eine bessere Zeit gab als heute und dass wir vor ganz anderen Herausforderungen stehen, als gedacht.“ (Buchcover) Aladin El-Mafaalani erläutert die Thesen aus seinem Buch in einem Vortrag, diskutiert mit uns und macht uns Hoffnung!

 

Eintritt frei* Es wird jedoch auf Wunsch von Herrn El-
Mafaalani um eine Spende zugunsten von Amnesty
International gebeten.

Heinrich-von-Kleist-Forum
Platz der Deutschen Einheit 1, 59065 Hamm

Wenn Sie möchten, können Sie sich auf Facebook anmelden: https://www.facebook.com/events/316896538902741/

Einführung: Bernd Lammers, VHS Hamm
Moderation: Claudia Hartig, Amnesty International Hamm

Vita

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani

geb. 1978 in Datteln
• Studium in Bochum (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Arbeitswissenschaft)
• Lehrer am Berufskolleg Ahlen
• Professor für Politikwissenschaften und politische Soziologie an der FH Münster
• seit 2018 Leiter der Integrationsabteilung im
Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in NRW

 

Unterstützt von

Amnesty International Gruppe Hamm
Buchhandlung Holota
Flüchtlingshilfe Hamm e.V.
Volkshochschule Hamm

Der Tag der deutschen Einheit mit der Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingshilfe war gestern fleißig. Gleich auf zwei Veranstaltungen war sie vertreten. Einerseits fand gestern  die Demonstration gegen rechtes Gedankengut statt:

Die Flüchtlingshilfe war von den Veranstaltern eingeladen worden, eine Rede zu halten, und Martin Kesztyüs, ehemals Vorsitzender, nahm diese Aufgabe wahr. Der Demonstrationszug verlief bei sonnigem Wetter guter Dinge vom Bahnhof zum Rathaus, dann zum Kentroper Weg, wo das sogenannte „Nationale Zentrum“ der Hammer Neonazis gelegen ist. Dort wurde lautstark geäußert, was die rund 300 Teilnehmer von rechtem Gedankengut und NS-Verherrlichung halten. Danach ging es zurück zum Bahnhof, wo die Versammlung endete.

Fast gleichzeitig fand in Herringen der Kunst- und Kreativmarkt im „Alten Bauhof“ statt. Die Flüchtlingshilfe war mit einem Stand vertreten und gab gegen eine Spende leckere afghanische Spezialitäten ab. Bei strahlendem Sonnenschein war auch das eine angenehme und erfolgreiche Angelegenheit. Die zweite Vorsitzende Frau Hokamp-Krumme äußerte sich überaus erfreut: „Bei dem herrlichen Wetter hat es richtig Spaß gemacht, den Gästen des Kreativmarktes die afghanischen Spezialitäten ans Herz zu legen. Die Resonanz war großartig.“

 

„Unser Weg nach Deutschland“

Am letzten Donnerstag fand ein Interviewabend mit dem Titel „Unser Weg nach Deutschland“ statt, eine  gemeinsame Veranstaltung der Flüchtlingshilfe Hamm e.V.  mit der ai-Gruppe Hamm und der FUgE in der VHS . Der Leiter der Volkshochschule, Herr Lammers, übernahm die Einführung in das Themenfeld und ging dabei auch auf die aktuellen Ereignisse in Chemnitz und Köthen ein. Er betonte, dass die VHS für Toleranz und Vielfalt stehe und daher froh sei, Gastgeber eines solchen Interviewabends zu sein.

Frau Monika Siegert von der Amnesty-Gruppe in Hamm moderierte die unterhaltsame Interviewrunde. Sie stellte die Teilnehmerinnen Frau Dorsa Moinipour, Frau Selda Izci und Frau Zara Behzadpour vor und läutete sogleich die erste Runde ein, indem sie fragte, welche Erfahrungen die Damen in ihrem bisherigen Leben mit Ressentiments und Fremdenfeindlichkeit gemacht hätten. Die Perspektiven unterschieden sich voneinander in auffälliger Weise. Je weniger deutsch jemand aussah, desto stärker waren die auf Diskriminierung basierenden Erfahrungen. Frau Izci berichtete davon, dass es einen erheblichen Unterschied mache, ob man als sogenannter „Biodeutscher“ eine Wohnung suche oder als Mensch mit Migrationshintergrund.

Die Diskussion verfestigte sich beim Begriff der „Integration“ und wieviel von den verschiedenen Akteuren dabei erwartet werden könne. Die Bandbreite ging von einer fordernden bis zu einer gebenden Haltung in dem Sinne, dass angemerkt wurde, dass nicht jede Frage nach der Herkunft unbedingt mit negativen Intentionen einhergehe. Auf der anderen Seite wurde die teils verletzende Wirkung solch einer Frage dargelegt. Frau Izci ließ die Zuschauer an den Emotionen teilhaben, die sie selbst häufig gefühlt hatte: „Deutschland ist eigentlich meine Heimat. Aber mir wird immer wieder das Gefühl gegeben, nicht deutsch zu sein.“ Frau Dorsa Moinipour erwiderte: „Ich empfinde es als diskriminierend, wenn es die erste Frage ist, die mir gestellt wird. Es vermittelt: Du gehörst nicht zu uns. Es verletzt mich, wenn gedacht wird, dass ich nicht dazu gehöre.“ Frau Behzahdpour entgegnete, dass solch eine Frage auch einfach ein erster Schritt der Annäherung sein könne. Und aus dem Publikum kam der Einwand, dass es auch einfach Interesse zeigen könne. Man einigte sich darauf, dass es ganz stark von der empfundenen Intention der Frage abhänge, ob sie verletzend wirke oder nicht.

Als Lösungsansatz brachte die Moderatorin, Frau Monika Siegert, ein Zitat von Herrn Aladin El-Mafaalani:

Die lebensweltliche Integration von Migranten benötigt Zeit und verläuft unspektakulär wie von selbst, wenn sich Menschen in Freiheit und Nachbarschaft begegnen, in Vereinen gemeinsame Ziele verfolgen und sich über die Unterschiedlichkeiten austauschen. Ohne Begegnungen und Austausch laufen auch die hartnäckigsten moralischen Appelle zur Integration notgedrungen ins Leere.

Wir von der Flüchtlingshilfe setzen genau dort mit unseren Angeboten an. Wenn Sie gerne neue Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund kennen lernen möchten, so laden wir Sie herzlich zu unserem Meet & Talk dienstags nachmittags in die Zentralbibliothek zwischen 16-18 Uhr ein.

Frau Monika Siegert schloss den Abend mit einem weiteren Zitat von Herrn El-Mafaalani:

Umfassende Integration, also ein freies Land für alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Sexualität, Behinderung zu sein, ist in allen Einwanderungsländern relativ neu… Zusammenwachsen dauert und tut weh.